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Isla Mujeres »

Gestern sind wir von Guatemala Stadt zurück nach Cancún geflogen. So ist der Kreis nun wieder geschlossen. Für heute hatten wir uns einen Ausflug zur Isla Mujeres vorgenommen. Die kleine Insel liegt ca. 10 km vor Cancún. Vom Puerto Juarez in Cancún sind wir mit der Ultramar-Fähre zum nördlichen Teil der Insel gefahren. Dort haben wir uns zur weiteren Erkundung einen Roller ausgeliehen. Damit sind wir zuerst zum südlichsten Punkt der Insel gefahren.

Auf dem Weg dorthin konnten wir ab und zu einen Blick auf das türkisblaue Wasser werfen. Es sah einfach traumhaft aus. Am südlichsten Punkt der Insel befindet sich eine nicht gut erhaltene und entsprechend nicht sonderlich interessante Maya-Stätte. Aber der Blick auf das Wasser war dafür umso schöner, obwohl man am Festland die ganzen Betonklötze der großen Hotels sehen konnte. Anschließend sind wir wieder in den Norden der Insel gefahren. Wir wollten nämlich noch etwas schnorcheln. Nach kurzer Suche hatten wir einen Anbieter gefunden. Wir sollten an zwei Orten schnorcheln gehen können. Zuerst fuhren wir in das Natur-Reservat Farita. Es war natürlich nicht so umwerfend schön wie in Belize, aber dennoch konnten wir viele kleine bunte Fische und einen Barakuda sehen. Anschließend fuhren weiter durch das super klare Wasser bis zum Museo Subacuatíco de Arte (MUSA). Hier hat ein Künstler Betonfiguren unter Wasser aufgestellt. Allerdings befinden sich diese in etwa 10 Meter Wassertiefe. Von oben war es also nicht so gut zu erkennen. Nach der Schnorcheltour blieben wir noch bis zum Sonnenuntergang am Playa Norte. Danach ging es mit dem Schiff zurück nach Cancún, denn es mussten noch die Sachen für die Rückreise gepackt werden…

Morgen geht es über New York zurück nach Hause.

Antigua »

Am Samstagnachmittag verließen wir Panajachel in Richtung Antigua. Etwa 2,5 Stunden benötigte der Bus bis in die Stadt Antigua, die im Jahre 1543 zuerst unter dem Namen Santiago de los Caballeros de Goathemala als Hauptstadt der spanischen Kolonien gegründet wurde. Sie entwickelte sich schnell zu einem politischen, wirtschaftlichen und kulturellem Zentrum Lateinamerikas. Durch mehrere Erdbeben wurde sie zerstört, sodass 1773 entschieden wurde die Hauptstadt zu verlegen. So wurde dann die 45 km weiter südlich gelegene Ciudad de Guatemala zur Hauptstadt des Landes. Antigua wurde jedoch immer wieder aufgebaut, was sicher auch auf die Kaffeeanbaugebiete rund um die Stadt zurückzuführen ist. Heute ist die Stadt sicherlich die Hauptattraktion des Landes und zugleich Weltkulturerbe der Menschheit. Die Stadt hat koloniales Stadtbild mit zahlreichen Barockkirchen, die zum Teil von den Erdbeben zerstört wurden. Die Vulkane Aqua und Acatenango/Fuego sorgen zusätzlich für eine tolle Kulisse. Weiterhin ist die Stadt neben Lima die Gourmet-Hauptstadt Lateinamerikas. Zahlreiche Touristen werden besonders in der Zeit vor Ostern oder in der Kar-Woche (Semana Santa) durch die prachtvollen Osterprozessionen angelockt. Unser Besuch sollte auch genau in diese Zeit fallen. Heute am Sonntagmorgen war schon viel los auf den Straßen. Tausende Menschen pilgerten in Richtung Süden der Stadt, wo der Umzug beginnen sollte. Unter den vielen Menschen waren auch zahlreiche die eine lila Tunica trugen. Diese Tradition ist auch in Spanien zur Osterprozession bekannt. Allerdings geht es hier noch weiter, denn die Straßen werden mit prachtvollen „Teppichen“ aus Sägespäne geschmückt. Diese „Teppiche“ werden mit Ornamenten, Blüten, Blumen und weiteren Verzierungen versehen. Auf einem Platz vor einer Kirche startete dann gegen 10:00 Uhr der Umzug. Unzählige Männer in den lila Kutten folgten den Straßenzügen mit den Sägespäne-Teppichen. Zwischendrin viele Männer oder Frauen, die zusammen den Sarkophag Christi trugen. Dazu dann Orchester, die den Umzug mit Trauermusik beschallten. Die Anwohner, die die Teppiche erstellt hatten, schienen nicht traurig darüber zu sein, dass ihre erstellen Teppiche dabei zerstört wurde. Es soll wohl passend mit den Sarkophag eine Art Vergänglichkeit darzustellen. Der Umzug zog sich durch die gesamte Stadt und auch die Hitze schien die Träger, für Musiker und für Männer in den lila Kutten nicht davon abhalten weiter zu marschieren.

Gegen Mittag brauchten wir jedenfalls eine Pause. In einem der unzähligen Cafes entkamen wir der Mittagshitze mit leckerem guatemaltekischen Kaffee. Anschließend schleppten wir uns den Hausberg Cerro de la cruz hinauf. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die Stadt und wir konnten beobachten, wo sich der Umzug gerade befand. Wir schauten dem Treiben noch eine Weile zu, bevor wir den Abend bei dem urigen guatemaltekischen Italiener La Toskana ausklingen ließen.

Vulkan San Pedro »

Am Lago Atítlan gibt es mehrere Vulkane, die man besteigen kann. Wir hatten uns für den San Pedro entschieden. Er ist 3020 Meter hoch und man braucht ca. 3,5 Stunden für den Aufstieg von ca. 1400 Höhenmetern. Da wir keine Lust hatten nach San Pedro umzuziehen, mussten wir morgens mit dem Boot nach San Pedro übersetzen. Laut Hotel sollte das erste Boot um 7 Uhr fahren. So waren wir pünktlich dort und auch ein Boot nach San Pedro war dort. Was wir aber nicht wussten, dass das Boot erst fährt wenn genügend Pasagiere an Bord sind. So haben wir eine knappe Stunde warten müssen, bis die erforderlichen 15 Personen im Boot saßen. Offenbar hat man als Europäer nicht die erforderliche Geduld, denn die Einheimischen saßen ruhig da und warteten. Dann ging es endlich los und nach ca. 30 Minuten hatten wir San Pedro erreicht. Direkt am Hafen wurden wir angesprochen, ob wir zum Vulkan San Pedro wollen. Uns wurde der Transport zum Vulkan + Guide und Eintritt vorgeschlagen. Wir haben es dann gemacht, auch wenn wir mit Sicherheit zu viel bezahlt haben – es war aber die schnellste Variante. Mit dem Tuktuk sind wir dann die ca. 4 km bis zum Eingang des Nationalparks gefahren. Von hier aus begleitete uns der Guide Samuel auf den Berg.

Zuerst führte der Weg durch Kaffeeplantagen und Maisfelder. Bei einer Aussichtsplattform auf knapp 2000 Meter war unser erster Stopp. Von hier aus hatten wir schon einen tollen Ausblick auf den See und die umliegenden Berge. Aber es sollte ja noch weiter hinauf gehen. Zum Glück führte der Weg nun durch den Wald. Hier war es angenehm kühl, sodass unser später Start kein Problem war. Der Weg ging über viele steile Anstiege und unzählige Stufen immer weiter bergauf. Kurz vor dem Gipfel gab es noch eine Schutzhütte, wo wir noch eine kleine Pause eingelegt haben. Nach gut 3,5 Stunden hatten wir den Gipfel erreicht. Es war wirklich anstrengend aber der Ausblick hat uns entschädigt. Wir hatten einen grandiosen Ausblick auf den Lago Atítlan, auf die Vulkane Tolimán und Atítlan, sowie auf die weiter entfernten Vulkane wie der Quemado und der Acatenango. Nach etwa einer Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg. Auch wenn es nun nicht mehr so anstrengend war, benötigten wir etwa zwei Stunden bis zum Parkeingang. Unterwegs machten wir noch Halt an einer Schaukel. Es machte unheimlichen Spaß über den Abhang zu schaukeln mit Blick auf diesen wunderschönen See. Unten wartete zum Glück das Tuktuk schon auf und, sodass wir wieder nach San Pedro gebracht worden sind. Von dort aus ging es mit dem Boot zurück nach Panajachel. Im Hotel angekommen ließen wir den Abend mit einem leckeren Essen und Cocktails geschafft vom Tag ausklingen.

Lago Atítlan »

Gestern haben wir Flores zeitig mit dem Flugzeug verlassen, sodass wir gegen 09:00 Uhr morgens auf dem Flughafen La Aurora in Guatemala Stadt gelandet sind. Von dort aus sind wir über Antigua mit Atítrans, was wir vorher im Internet gebucht hatten nach Panajachel zum Lago Atítlan gefahren. In Antigua hatten wir zwei Stunden Aufenthalt, die wir für einen kleinen Spaziergang und einem Besuch in einem Café genutzt haben.

Auf der kurvigen Fahrt von Antigua nach Panajachel durch das zentrale Hochland von Guatemala haben wir noch einmal einen anderen Eindruck von Guatemala bekommen. Die Region ist hier sehr stark besiedelt und das Land wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, weshalb viel Wald abegeholzt worden ist. Wie eine Kette reiht sich eine Siedlung an die andere entlang der Panamericana, auf der wir ein Stück gefahren sind. Nach knapp drei Stunden erreichten wir dann Panajachel. Der Ort liegt im Norden des Lago Atítlan. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den See und auf die Vulkane Tolimán, Atítlan und San Pedro. Unser schönes Hotel Jardines del Lago lag direkt am See und hier konnten wir den Sonnenuntergang bei einem Cocktail genießen.

Heute haben wir eine Bootstour zu vier verschiedenen Orten – die an dem See liegen – unternommen. Alle Orte am See wurden nach den 12 Aposteln benannt mit der Ausnahme von Panajachel. Unser erster Stopp war San Marcos la Laguna. Dieser Ort hat sich in den letzten Jahren zu einem Ort für Yoga und spirituell angehauchte Personen etabliert. In San Marcos haben wir uns mit einem Tuk Tuk zu einem Aussichtspunkt bringen lassen, wo wir einen schönen Blick auf den See und San Marcos hatten. Der zweite Stopp war Santa Clara la Laguna. Dies ist wohl der touristisch gesehen ursprünglichste Ort am Atítlan-See. Natürlich hat sich der Ort durch die Touristen verändert, aber er hat trotzdem seinen Charme behalten. Im Ort gibt es einige Kooperativen, die Kunsthandwerk herstellen. So haben sich zum Beispiel die Frauen zu einer Web-Kooperative zusammengeschlossen und bieten nun Stoffe, Ponchos, Taschen, usw. an. Weiterhin bieten viele Künstler ihre Gemälde an. Der nächste Ort war San Pedro. Dies ist schon ein recht großer Ort. Dieser Ort hat sich zu einer Backpacker-Oase entwicklet und damit Panajachel abgelöst. Eigentlich wollten wir auch in diesem Ort unterkommen, allerdings hat uns das Hotel in Panajachel so gut gefallen, dass wir nicht gewechselt haben. San Pedro liegt am Fuße des gleichnamigen Vulkans und liegt entsprechend steil am Hang. Viele kleine verwinkelte Gassen durchziehen den Ort, sodass er zum Erkunden einlädt. Den letzten Stopp machten wir in Santiago Atítlan, der zweitgrößten Stadt am See. Sie liegt etwas abgeschieden in einer Bucht des Atítlan-Sees am Fuße der Vulkane Tolimán und Atítlan. Bis vor ein paar Jahren war die Stadt nur über den See erreichbar. Inzwischen führt aber eine Straße durch das schwer zugängliche Gelände der Vulkane. Trotzdem konnten durch die Abgeschiedenheit der Stadt alte Glaubensvorstellungen und Denkweisen bis in die heutige Zeit beibehalten werden. Von dem Hafen aus gelangt man über eine steile Straße, die von Verkaufsständen gesäumt ist, zum Hauptplatz des Stadt an dem auch die Kirche der Stadt. Ein paar Gehminuten weiter befindet sich die wohl interessanteste Attraktion der Stadt: der Maximóm-Schrein. Von der Straße aus über einige schmale Gänge konnten wir das Gebäude des Maximóm erreichen, welches wir sicher ohne die Hilfe einheimischer nie gefunden hätten. Der Maximóm ist eine lebensgroße Figur, die Züge aus der Maya-Welt sowie aus dem katholischen Glauben enthält. Er sitzt auf einer Bank umgeben von vielen Blumen und Kerzen. Ständig wird er von einem Schamanen und seinen Helfern (Bruderschaft) versorgt. Das bedeutet, dass der Raum mit Weihrauch gefüllt wird, die Kerzen am Brennen sind und Maximóm mit Rum und Zigaretten versorgt wird. Abgesehen von Touristen kommen ständig Einheimische Pilger vorbei und bringen dem Maximóm Kerzen, Blumen oder Blüten, Geld, Zigaretten und Rum als Opfer. Mit den Opfergaben rufen die Pilger die Kräfte des Maximóm zur Linderung aller möglichen Probleme ab – insbesondere körperliche und geistige. Gegen späten Nachmittag waren wir zurück in Panajachel. Dort verbrachten wir ein paar Stunden mit einem Pärchen, welches wir auf der Bootstour kennengelernt haben, in einem Café.

Tikal – Guatemala »

Vorgestern haben wir Caye Caulker mit einem weinenden Auge verlassen. Aber das andere Auge freute sich schon auf etwas neues. Nachdem Übersetzen von Caye Caulker nach Belize Stadt stiegen wir in den – bereits auf der Insel gebuchten – Bus. Dieser brachte uns dann in 5 Stunden über die Grenze nach Flores, Guatemala. Flores ist eine kleine Insel im Petén-See im östlichen Tiefland von Guatemala und gleichzeitig der Ausgangspunkt für Ausflüge in die Maya-Stadt Tikal. Der erste Eindruck von Guatemala entsprach eigentlich nicht dem, was sich hinter dem Namen verbirgt. In der Sprache der Maya bedeutet Guatemala nämlich „Land der Bäume“. Allerdings war viel Wald abgeholzt und zu Weideland umfunktioniert worden. Erst einige Kilometer vor Beginn des Sees konnte man erahnen, wie es hier früher ausgesehen haben muss – ein undurchdringlicher Urwald. Als wir in Flores angekommen waren, organisierten wir die Fahrt nach Tikal und ließen den Tag ausklingen.

Der gestrige Tag begann sehr früh – eigentlich mitten in der Nacht. Wir wurden um 04:30 Uhr vor unserem Hotel abgeholt. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den wohl am besten bewachten Nationalpark, den wir bisher gesehen haben. Im und um den Nationalpark Tikal laufen zahlreiche schwer bewaffnete Soldaten umher. Diese sollen die Schätze bzw. Kulturgüter der Maya-Stadt Tikal sichern, denn es finden auf dem Areal immer noch Ausgrabungen und Restaurierungen statt, bei denen schützenswerte Gegenstände gefunden werden. Da wir sehr früh in dem Park angekommen waren, hatten wir den Park quasi für uns. So konnten wir noch etwas von dem erwachenden Urwald mitbekommen und dabei die Ruinen der Maya-Pyramiden und Tempel anschauen. Überall schallten die Rufe der Brüllaffen, Papageien und Tukane durch den Wald. An vielen Stellen gibt es Hügel im Wald unter denen sich Gebäude befinden. Andere Gebäude wurden schon aus dem Dornröschenschlaf geholt und sind nun als Tempel oder Pyramiden zu erkennen. Die Tempelanlagen sind von beachtlicher Größe und zwischen dem Urwald wunderschön anzusehen. Tikal ist wohl mit seinen steil aufragenden Tempeln das monumentalste, was die Maya-Welt zu bieten hat.

Hier in Tikal haben sich die ersten Menschen zwischen 800 und 600 vor Chr. niedergelassen. Etwa 250 nach Chr. entfaltete sich die Macht und der Einfluss Tikals bis zur Blütezeit zwischen 600 und 900 nach Chr. Zu dieser Zeit sollen in den mehr als 3000 Gebäuden mindestens 200000 Menschen gelebt haben (seit Anfang 2018 geht man sogar von mehr als eine Millionen aus). In der Mitte der gesamten Anlage befindet sich der größte von insgesamt sieben Zwillingspyramidenkomplexen. Hier stehen sich zwei Pyramiden direkt gegenüber. Dazwischen befinden sich Altäre und Stelen, auf denen Hieroglyphen abgebildet sind. Links und rechts von den beiden Tempeln ziehen sich über die gesamte Länge des Platzes zwei Akropolis. Die beiden Tempel haben eine exakte Ausrichtung nach dem Maya-Kalender, sodass an zwei Tagen (zum Ende einer Periode) jeweils die Sonne zum Sonnenuntergang über den Dachkämmen der Tempel liegt. Es kaum vorstellbar, wie vor weit über 1000 Jahren solch eine Bauleistung und -Präzision erreicht werden könnte. Rund um diese zentralen Bauwerke gibt es noch weitere Tempel dieser Größe. Einige davon wurden zum Betreten freigegeben. Das bedeutet, dass eine Holztreppe hinauf führt. Die obere Plattform darf dann jeweils betreten werden. Da das Gelände sehr weitläufig ist, verbrachten wir Insgesamti etwa sieben Stunden im Park. Gegen 16 Uhr waren wir zurück in Flores. So hatten wir noch etwas Zeit uns Flores anzusehen. Die Stadt bzw. die Insel hat zahlreiche Gebäude im Kolonialstil, die in engen Gassen angeordnet sind. Ein wirklich schöner kleiner Ort. Der andere Teil der Stadt Santa Elena liegt nicht auf der Insel und ist über einen Damm mit Flores verbunden. Allerdings ist dieser Teil nicht annähernd so schön wie Flores.

Den heutigen Tag verbrachten wir mit einer Bootstour. Wir ließen uns zu einem Strand des Petén-Seed bringen, wo wir uns etwas abkühlen konnten von der extrem drückenden Mittagshitze. Anschließend fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt von dem wir die Insel Flores wunderbar überblicken und somit unsere Erkundungen der letzten Tage nachvollziehen konnten. Abends suchten wir uns ein nettes Restaurant und ließen dort den Tag ausklingen.

Go slow on Caye Caulker »

Am vergangenen Dienstag haben wir gegen Mittag Bacalar verlassen. Mit dem ADO-Bus sind wir nach Chetumal gefahren – dem Tor nach Belize. Von hier aus fahren die Fähren bzw. Speedboote nach San Pedro auf Caye Ambergris, zur Caye Caulker oder nach Belize City. Hingegen der schlechten Bewertungen bei Tripadvisor zu San Pedro Belize Express Water Taxi haben wir keine schlechte Erfahrung gemacht. Es hat sowohl mit dem Online-Ticket-Kauf sowie auch mit der Überfahrt alles geklappt. Wir hatten etwas Verspätung, aber das ist hier – glaube ich – nichts außergewöhnliches. Bezüglich der Ausreisesteuer aus Mexiko (533 mexikanische Peseten) hat uns der erstaunlich freundliche Grenzbeamte noch einmal erklärt, dass man einen Nachweis von seiner Fluggesellschaft vorlegen muss auf dem ersichtlich ist, dass die Ausreisesteuer bereits bezahlt wurde. Ansonsten muss man sie bezahlen – entsprechend auch wir, denn das Flugticket alleine ist nicht ausreichend.

Nach etwa 2 Stunden Fahrt mit dem Speedboat-Taxi kamen wir in San Pedro auf Caye Ambergris an. Hier brachten in karibischer Gelassenheit die Einreiseprozedur hinter uns und bezahlten am Ende wieder irgendeine Steuer in Höhe von 5 Belize Dollers – zum Glück durften wir diese in Mexikanischen Peseten bezahlen, da wir ja noch keine Belize Dollars hatten. Nach weiteren 40 Minuten mit dem Wassertaxi kamen wir endlich auf Caye Caulker an.

Caye Caulker (sprich Key Kauker) ist deutlich kleiner als Caye Ambergris und auch authentischer. Auch wenn der Tourismus hier schon angekommen ist, leben hier noch viele Einheimische unabhängig von Tourismus. Das kleine Land Belize ist eine ehemalige britische Kolonie. Entsprechend ist die Amtssprache Englisch. Allerdings werden natürlich auch andere Sprachen gesprochen, denn die Bevölkerung setzt sich hauptsächlich aus karibischen Kreolen, Mestitzen und Garifuna zusammen.

Unsere 3 Tage auf der Insel Caye Caulker haben wir auch mit dem dortigem Motto Go Slow verbracht. Wir haben uns einfach treiben lassen und uns am Split (das ist so eine Art Strand, wo die Insel vor ein paar Jahren geteilt wurde) ein schattiges Plätzchen unter Palmen gesucht und das karibische Flair genossen. Oder wir sind durch die Gassen geschlendert. Die südliche Teil der Insel ist nicht so touristisch erschlossen – hier kann man zu Fuß oder mit dem Rad eine kleine Rundtour durch einen Mangroven- und Meermandelwald machen. Auch wenn Caye Caulker keinen richtigen Strand hat, fanden wir das nicht störend. Es gab genügend Möglichkeiten ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen. Da die Insel so klein ist kann man alles super mit dem Rad oder zu Fuß erreichen. Bei unserer kleinen Airbnb-Hütte waren gleich welche dabei. Der Sonnenuntergang mit einem Drink in der Sunset-Bar „The lazy lizard“ am Split ist ein absolutes Muss und ein schönes Schauspiel, welches wir uns natürlich nicht entgehen lassen habe. Auch gibt es unendlich viele Möglichkeiten regionale Küche zu probieren. Bei einem Restaurant auf der Ostseite der Insel kann man Seepferdchen im Wasser beobachten. Das war wirklich schön anzusehen.

Das eigentlich Highlight der Insel – und auch der Grund warum so viele Touristen dort sind – ist das Belize Barrier Reef. Vor der Küste Belize liegt das zweitgrößte Riff der Welt und das größte der nördlichen Hemisphäre. Entsprechend groß ist auch das Angebot für Schnorchel- und Tauchtouren. Wir hatten uns vorher schon aufgrund eines positiven Reiseberichts für einen Anbieter entschieden. Uns zwar ist das Reef-Friendly-Tours. Der Besitzer Käpt’n Amando hat sich einen nachhaltigen Tourismus zum Ziel gesetzt, viele andere Anbieter füttern die Fische und Haie mit Essensresten für die Touristen an und geben Essen und Trinken Wegwerf-Behälter an die Teilnehmer aus. So nicht bei Amando, er fährt mit einem Seegelboot hinaus, füttert für Fische nicht an und serviert Essen und Trinken auf abwaschbaren Geschirr. So entschieden wir uns für eine Ganztages-Tour die umgerechnet 60€ gekostet hat. Es war zwar etwas teurer als bei den anderen, aber das war es wert. Kathrin hatte natürlich bedenken bzgl. der Seekrankheit. Aber Amando hat uns ein amerikanisches Mittel empfohlen, dass nicht müde machen soll und versprochen Kathrin sonst im Zweifel von einem Motorboot abholen zu lassen. Morgens um 8:30 trafen wir uns am Büro und wurden mit dem passenden Equipment ausgestattet. Da wir eigene Taucherbrillen und Schnorchel dabei hatten, fehlten uns nur noch die Schwimmflossen. Nach dem alle fertig waren ging es los. Es dauerte etwa 1,5 Stunden mit dem Segelboot bis zum ersten Stopp. Da wir uns hinter dem Riff befanden, war das Meer zum Glück sehr ruhig und wir konnten die Aussicht über das türkisblaue Meer vom Schiff aus genießen. Auch begrüßten uns gleich am Anfang ein paar Delphine, die uns eine kurze begleiteten.

Der erste Stopp war die Shark Alley. Hier wurden wir bei der Ankunft gleich von einigen Riffhaien begrüßt. Diese hatten schon eine beachtliche Größe von ca. 2-4 Metern. Uns wurde aber versichert, dass sie friedlich sind. So sind wir doch mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Wasser gesprungen. Unter Wasser eine ganz andere Welt. In dem super klaren Wasser sind wir begleitet von einem Guide dann in Richtung Riff geschnorchelt. Unterwegs haben wir Schildkröten, Haie, Stachelrochen und unzählige Fische gesehen. Am Riff gab es neben den verschieden Korallenarten noch mehr Fische. Es war einfach gigantisch! So etwas hatten wir noch nicht erlebt. Zurück auf dem Boot ging es dann weiter zur Hol Chan Marine Reserve – dem zweiten Stopp. Hier ist das Wasser teilweise 10 Meter tief und dadurch konnten wir noch größere und andere Fische beobachten. Unter anderem verschiedene Snapper Arten und sogar einen Barakuda haben wir gesehen. Auch hier begleitete uns der Guide, der vieles erklärt hat und sehr um das Wohl aller Teilnehmer bemüht war. Der Rückweg zum Boot war wirklich anstrengend, denn hier hat man gemerkt welch eine starke Strömung im Meer herrscht. Aber dank den Schwimmflossen war es gut zu schaffen. Wieder an Bord gab es zur Stärkung ein leckeres typisches kreolisches Mittagessen. Beim dritten und letzten Stop konnten wir auf eigene Faust das Riff erforschen – was wir uns natürlich nicht entgehen lassen haben. Anschließend segelten wir dann wieder 1,5 Stunden zurück nach Caye Caulker. Während der Rückfahrt konnten wir uns an Deck in der Sonne mit ein paar Rum-Cocktails von dem anstrengenden Tag erholen. Gegen 17 Uhr waren wir wieder zurück. Alles in allem eine super Tour und eine sehr freundliche und bemühte Crew. Das können wir nur weiterempfehlen.

So waren unsere 3 Tage auf der Insel doch recht schnell vergangen und wir waren bei der Abreise schon ein bisschen wehmütig. Hier hätten wir auch noch ein bisschen länger verweilen können. Aber es sollte ja weiter nach Guatemala gehen. Von Caye Caulker aus kann problemlos ein Bus vom Hafen in Belize bis nach Flores, Guatemala organisiert werden.

Ein Kommentar zu “Go slow on Caye Caulker”

Chichén Itzá »

Heute hatten wir die sagenhafte Maya-Stadt Chichén Itzá auf dem Programm. Da wir bereits in den letzten Tagen gelernt hatten, dass der frühe Vogel den Wurm fängt, saßen wir bereits kurz vor sieben in einem Collectivo mit hauptsächlich Angestellten von Chichén Itzá. Entsprechend waren wir kurz vor 8 dort und durften als erste das Gelände betreten. Ebenso wie bei Macchu Picchu entfaltet sich das Mystische nur, wenn man die Stätte für sich hat. So war es in Chichén Itzá auch – allerdings nur für kurze Zeit.

Zuerst haben wir uns natürlich El Castillo – so wie die Pyramide des Herrschers Kukulkán von den Spaniern genannt wurde – angesehen. Sie ist das imposanteste Gebäude der Stätte und ist ca. 1000 Jahre alt. Jede der vier Seiten Hat jeweils 91 Stufen. Man nimmt an, dass es die Gesamtzahl der Stufen plus die Sockelstufe ein Kalenderjahr darstellen soll. Die Ausrichtung der Pyramide zu den Himmelsrichtungen bietet zu der Tag- und Nachtgleiche (Äquinoktium) ein besonderes Schauspiel. Die untergehende Sonne wirft Schatten von der Einfassungen der Treppe auf die Stufen. Weiterhin ist die Akustik erwähnenswert. Klatscht man vor den Stufen in die Hände, so ist von oben der Ruf des Quetzals zu hören. Der Vogel Quetzal, der in den Nebelwäldern von Guatemala bis Costa Rica anzutreffen ist, war den Maya heilig. Es ist wirklich beeindruckend, wie damals schon gebaut werden konnte. Gegenüber der Pyramide befindet sich der Temple der Krieger. Vor dem Tempel befinden sich 250 quadratische Säulen und auf jeder Seite einer Säule befindet sich eingeritzt in den Kalksandstein das Abbild eines Kriegers. Über den Säulen oben auf dem Tempel thront der Opferfigur Chac Mool. Am 21. Dezember sieht es aus, als ob er die untergehende Sonne in seinen Händen hält. Auf der anderen befindet sich der Ballspielplatz (auch damals war es schon ein wichtiges Ereignis). Allerdings war das Spiel etwas anders aufgebaut als Fußball. Die Spieler durften den Ball weder mit Händen noch mit Füßen berühren. Das Tor in Form eines Rings durfte nur von einem Spieler angespielt werden. So mussten also die Spieler den Hartgummiball (2,5 kg) dem „Torwerfer“ zukommen lassen.

Die anderen Gebäude liegen etwas weiter abseits und sind natürlich nicht weniger interessant. Aber in unserer Führung wurden diese – mangels Zeit – nicht weiter erwähnt. Gegen Mittag hatte sich das Gelände beträchtig mit Menschen gefüllt und es kamen immer mehr. So haben wir es dann gegen 13:00 Uhr verlassen und haben uns auf den Rückweg nach Valladolid gemacht.

Um unser von der sengenden Hitze in Chichén Itzá abzukühlen, sind wir noch in die Cenote Xkeken (keine Ahnung, wie das ausgesprochen werden soll) gefahren. Die Besonderheit dieser Cenote ist, dass sie fast vollständig geschlossen ist. Nur eine kleine Öffnung von einem Meter Durchmesser lässt Tageslicht hinein. Über eine Treppe gelangt man in das Innere der Cenote, die etwa einen Durchmesser von 50 Meter hat. Hier haben wir dann noch ein erfrischendes Bad genommen. Von der Decke ragen die Wurzeln der oben wachsenden Pappeln bis in die Cenote hinein.

Aufgrund des fehlenden Lichts waren hier natürlich nicht so viele Fische zu beobachten. Aber es war trotzdem sehr imposant.

Zurück in Valladolid haben wir den Abend noch auf dem Hauptplatz ausklingen lassen.

Am nächsten Tag sollt unsere Reise weiter nach Bacalar gehen.

2 Kommentare zu “Chichén Itzá”

Valladolid und Ría Lagartos »

Gestern sollte es nun weiter ins Innere der Yucatan Halbinsel gehen – genauer gesagt nach Valladolid. Die kleine Kolonialstadt wurde von dem Konquistador Francisco de Montejo 1543 vorerst an einem anderen Ort gegründet. Dort litten die ersten Siedler derart unter der Feuchtigkeit und unter den Mosquitos, dass die Spanier die Stadt an ihren jetzigen Standort – eine ehemalige Mayasiedlung – verlagerten. Hier rissen sie die Maya-Siedlungen ab und bauten stattdessen mit Material ein Kloster und die Stadt Valladolid. Auch heute sind die Kolonialbauten noch gut erhalten und somit hat die Stadt einen besonderen Charme. Gleich nach unserer Ankunft gaben wir unsere Sachen in unserem Hotel ab und machten uns auf in die Stadt. Wir haben uns die schönen Kolonialbauten und das Kloster angesehen. In dem Kloster befindet sich heute ein Museum, dass die Geschichte der Stadt dokumentiert. Hier wird auch die Geschichte des Kastenkrieges erzählt. In diesem Bürgerkrieg ging es den Maya um die Unabhängigkeit Yukatans. Der Krieg dauerte über 50 Jahre und wurde durch mexikanische Truppen letztendlich erfolglos beendet. Die Bewohner Valladolids wurden jedoch zwischenzeitlich vertrieben. Dabei sind alle Schusswaffen der Vertriebenen in der Cenote unter dem Kloster versenkt worden. Am Abend wurde die Geschichte Valladolids mit einer Videoprojektion an die Gemäuer des Klosters projiziert. Das war interessant und sehr schön anzusehen.

Heute haben wir eine Tour zum Ría Lagartos unternommen. In der Nähe des kleinen Ortes im Norden der Halbinsel am Golf von Mexiko gelegen befindet sich das Biosphärenreservat Ría Lagartos und die Salzsalinen Mexikos. Beides wollten wir uns heute ansehen. Eigentlich wollten wir uns dazu ein Auto mieten und selbst dorthin fahren – leider aber haben wir keine Autovermietung in Valladolid finden können. So haben wir uns für einen hiesigen Touranbieter entschieden. Juan unser Tourguide hat uns heute morgen um 08:00 Uhr abgeholt und uns in das zwei Stunden entfernte Ría Lagartos gebracht. Die Fahrt dorthin war sehr interessant, da uns Juan viel über Mexiko, Yucatan und die Maya erzählte. In Ría Lagartos angekommen wechselten wir das Fahrzeug und bekamen noch einen Kapitän dazu. Dieser stellte uns zuerst einen Bewohner des Ría Lagartos (bzw. des Golfes) vor. Es handelte sich um einen Pfeilschwanzkrebs und dieser mutet wie ein Urzeitgeschöpf an. So etwas hatten wir noch nie gesehen – außer vielleicht in dem Film „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“. Kurz darauf fuhren über den Ría Lagartos. Beide Seiten sind durch Mangroven gesäumt in denen sich viele Tiere verstecken. Wir konnten Krokodile, Pelikane, Reiher und Greifvögel beobachten. Grundsätzlich war es sehr interessant und wunderschön, aber durch die vielen Motorboote werden sicherlich auch viele Tiere verschreckt. Natürlich muss man auch verstehen, dass die Menschen dort oben im Norden von Yucatan auch etwas von dem großen (Touristen-) Kuchen abbekommen wollen. Anschließend sind wir noch zu Salzsalinen am Ría Lagartos gefahren. Die Salzgewinnung hat hier schon lange Tradition. Die Maya Yucatans haben hier schon Salz gewonnen und damit mit den anderen Maya-Siedlungen im Landesinneren Handel getrieben. Auf einem schmalen Stück Land zwischen dem Golf von Mexiko und dem Ría Lagartos befinden sich die Salinen. Das interessante an den Salinen ist eigentlich die Farbe des Wassers . Durch eine bestimmte Art von kleinen Krebsen färbt sich das Wasser rot (ähnlich wie die Laguna Colorada in Bolivien). Die hier lebenden Flamingos färben sich entsprechend ebenfalls. Allerdings haben wir noch nie ein solches intensives rosa bei Flamingos gesehen. Zusammen mit den weißen Salzbergen und dem blauen Himmel war es ein sehr schönes Farbspiel. Bevor wir zurück nach Ría Lagartos gefahren sind hielten wir noch an einem schönen Strand zu einer Erfrischung an. Nach einem leckeren Mittagessen fuhren wir zurück in Richtung Valladolid. Unterwegs hielten wir noch in Ek Balam an. Ek Balam ist eine ehemalige Maya-Siedlung mit ca. 1,2 km2 Fläche innerhalb der Siedlungsmauern. Hier steht wohl das größte Gebäude auf der Yucatan-Halbinsel. Häufig wird das Gebäude auf Akropolis bezeichnet und ist etwa 110m lang und 60m breit. Von den 6. Stock aus hat man einen schönen Überblick über die weiteren Gebäude. Die Anlage wurde etwas um 300 nach Christi gegründet und die Blütezeit lag zwischen 700 und 900. In dieser Zeit wurde auch die „Akropolis“ erbaut. Nachdem wir auch die anderen Gebäude angesehen haben fuhren wir zurück nach Valladolid. Da wir relativ geschafft waren von dem Tag lagen wir kurz nach dem Abendessen im Bett.

Riviera Maya »

Tag 1:

Unser erster Tag in México war ein voller Erfolg. Wir sind früh aufgestanden und haben uns nach dem Frühstück mit dem Rad auf den Weg zu den ca. 3 km entfernten Maya Ruinen von Tulum gemacht. Wir waren zwar schon um 8:30 Uhr dort, aber trotzdem waren schon viele Menschen vor Ort. Es war ein wunderschönes Licht und eine ebenso schöne Kulisse mit dem türkis-farbenen Meer, den Ruinen und den grünen Palmen und Bäumen. Wir haben uns alles in Ruhe angesehen und den Ort auf uns wirken lassen. Die Archäologen gehen davon aus, dass Tulum in der Zeit zwischen 1200 und 1521 (Postklassische Zeit) besiedelt worden ist. Zu seiner Blütezeit war Tulum eine wichtige Hafenstadt der Maya und von hier aus wurden Handelsfahrten bis hinunter nach Belize unternommen. Die Stadt wurde von drei Seiten von meterdicken Mauern und vom Meer umgeben, die die Bewohner in der Zeit der bewaffneten Auseinandersetzungen mit anderen Maya-Städten schützte. Allerdings genossen nicht alle das Privileg hinter diesen Mauern zu wohnen. Es war nur der herrschenden Klasse vorbehalten. Der Entdecker Juan de Gijalva war beeindruckt als er 1518 an der Stadt mit ihren rot, gelb und blau getünchten Häusern vorbeisegelte – was den Ruinen auch heute noch gelingt. Als wir gegen 11 Uhr die Ruienen verließen war alles voller Menschenmassen. Also hier zählt wirklich „der frühe Vogel fängt den Wurm“ – andererseits ist es in der Mittagshitze kaum auszuhalten.

Anschließend sind wir mit dem Rad weiter in Richtung Strand gefahren. Hier haben wir uns ein schattiges Plätzchen gesucht und eine kleine Pause eingelegt. Leider war das Meer sehr aufgewühlt, sodass nur Kathrin ein kleines erfrischendes Bad genommen hat.

Im Anschluss sind wir mit dem Rad wieder zurück nach Tulum und weitere 3 km zur Grand Cenote gefahren. Cenoten sind mir Süßwasser gefüllte Höhlen mit glasklarem Wasser. Der Zugang zu den Höhlen erfolgt meist über ein großes Loch in der Oberfläche. So kann auch die Sonne zum Teil hineinscheinen und das Wasser wärmen und es in dieses zauberhafte blaue Licht versetzen. Von oben ragten Stalagniten in die zum Teil viele Meter tiefe Höhle. Zwischendrin schwammen überall kleine Fische und Schildkröten umher. Es war ein wirklich beeindruckendes Erlebnis darin zu schwimmen. Einfach genial! Alleine hierfür hat sich das Mitnehmen der Schnorchelausrüstung gelohnt. Am späten Nachmittag fuhren wir mit den Rädern zurück nach Tulum. Es ist unheimlich praktisch und angenehm die Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden. Hungrig von dem Erlebten haben wir den rundherum gelungenen ersten Urlaubstag mit leckeren Burritos und einigen Cervesas ausklingen lassen.

Tag 2:

Für den zweiten Tag hatten wir uns ein Auto gemietet, da wir möglichst früh bei den Maya Ruinen in Coba sein wollen. Coba liegt etwa 40 km östlich von Tulum mitten im subtropischen Wald. Hier liegen die Ruinen zum Teil noch vom Wald überwuchert im Dornröschenschlaf. Als einer der ersten erreichten wir den Parkplatz vor dem Eingang zu den Ruinen. Das Gelände ist relativ weitläufig, deshalb können Fahrräder mit oder ohne Fahrer gemietet werden um auch die entfernten Gebäudegruppen zu erreichen. Die Räder zum selbstfahren haben wir auch gleich gut genutzt um das höchste Bauwerk Nohoch Mul zu erreichen. Es ist mit 42m das höchste Bauwerk hier in Coba und hat eine ziemlich steile Treppe. Oben befindet sich ein kleiner Raum und davor ein steinerner Altar. Vermutlich werden hier von Maya-Priestern Rituale abgehalten. Nachdem wir einige Zeit oben auf der Pyramide verweilt haben und den Blick über den endlosen Wald haben schweifen lassen, stiegen wir hinab und fuhren mit den Rädern in Richtung der anderen Gebäudekomplexe. Inzwischen füllte sich der Wald mit unzähligen Touristen und damit schwand auch die geheimnisvolle Stimmung. Die anderen Tempel und Pyramiden durften nicht betreten werden – was sicherlich angesichts der Menschenmassen auch sehr gut ist.

Gegen Mittag traten wir den Rückweg an. Über Tulum fuhren wir nach Akumal. Der Ort Akumal liegt wie Tulum am karibischen Meer. Der Vorteil von Akumal jedoch ist die geschützte Lage hinter einem Riff. So kann die kräftige Brandung nicht ungehindert an den Strand gelangen. Gleich in Strandnähe sind die großen Meeresschildkröten anzutreffen, die sich von dem dort wachsenden Seegras ernähren. Diese können beim schnorcheln beobachtet werden. Allerdings war das an diesem Tag nicht unser Ziel. Vielmehr wollten wir zur Laguna Yal ku. In der Lagune treffen Süß- und Salzwasser aufeinander. Dadurch sind hier auch Lebewesen aus beiden Welten anzutreffen. Die Lagune kann von einigen Stellen erreicht werden. Dort gibt es auch neben Parkmöglichkeiten, Schließfächern die Möglichkeit – falls nicht vorhanden – Schnorchelequipment auszuleihen. Da wir unsere eigenen Sachen dabei hatten, liehen wir uns nur Schwimmwesten aus. Ausgestattet mit diesen Schwimmwesten und der Schnorchelausrüstung ging es in die Lagune. Die Lagune war gesäumt von Strand, Felsen und Mangroven. Auch gab es kleinere Inseln in der Lagune. Diese waren ebenfalls überwuchert von Mangroven. Ein wirklich wunderschöner Ort. Unterwasser war die Lagune bevölkert von unzähligen Fischen, die in allen Farben schimmerten. Erst beim untersuchen der Verstecke – zum Beispiel in den Wurzeln der Mangroven oder in den Spalten der Felsen kamen weitere Fische zum Vorschein. Es gab so vieles zu entdecken, dass wir stundenlang im Wasser unterwegs waren.

Gegen späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Tulum. Nach der Rückgabe des Fahrzeuges erledigen wir die Einkäufe und ließen den Tag auf der Dachterrasse des Hostels ausklingen.

Tag 3:

Für den dritten Tag hatten wir uns wieder Akumal vorgenommen. Diesmal wollten wir den Schildkröten einen Besuch abstatten.

Dazu haben wir uns nach dem Frühstück in ein Collectivo gesetzt und sind bis nach Akumal gefahren. Dort haben wir uns Schwimmwesten ausgeliehen und sind dann an den Strand gegangen. Leider war das Wasser heute – wie am Tag zuvor – sehr aufgewühlt und daher auch etwas trüb. Die Sicht lag zum Teil nur bei einem Meter. Trotzdem haben wir uns auf die Suche nach Schildkröten gemacht. Nach etwa einer halben Stunde haben wir dann auch eine gesichtet. Sie bewegte sich natürlich sehr langsam, fressend über den Seegrasteppich. Es war sehr schön anzusehen. In der weiteren Umgebung gab es auch noch ein paar Korallen. In den Korallen verstecken sich zahlreiche Fische und Seeigel. Wir verbrachten noch eine ganze Weile hier um die Tiere zu beobachten. Leider gab es keine Möglichkeit am Strand Schutz vor der Sonne zu suchen. Also entschlossen wir uns gegen Mittag Akumal zu verlassen und zurück nach Tulum zu fahren.

In Tulum sind wir mit den Rädern nochmal zum Strand gefahren um den Nachmittag dort ausklingen zu lassen. Am Abend packten wir die Sachen für die bevorstehende Fahrt nach Valladolid.

Ein Kommentar zu “Riviera Maya”

Fiesta, Fiesta Mexica »

Lange Zeit schon hegten wir die Gedanken mal wieder durch Mittelamerika zu reisen.

Heute sind wir nun nach einer langen Anreise in Tulum, Mexico angekommen. Gestern morgen sind wir zu Hause gestartet und dann ging unser Flug um 10:40 über Amsterdam nach Minneapolis in die Vereinigte Staaten von Amerika. Dort sind wir um 15 Uhr Ortszeit bei deutlichen Minusgraden angekommen. Nachdem wir die nicht wirklich freundlichen Beamten der Homland Security hinter uns gelassen hatten, machten wir uns mit dem Shuttle-Bus auf zum Hotel. Von hier aus führen wir zur Mall of America, wo wir eigentlich noch ein bisschen shoppen wollten. Allerdings war das Angebot so groß, dass wir am Ende erschlagen auf dem Foodcourt gelandet sind 😉. Kurz nach den Essen beendeten wir den langen Tag, denn um 4:15 sollte schon wieder der Wecker klingeln.

Nach der kurzen Nacht gab es noch schnell ein Brötchen auf die Hand und dann ging es zum Flughafen. Nach weiteren knapp 4 Stunden Flug hatten wir dann um 12:05 Uhr Cancún erreicht. Hier hatten wir richtig Glück, denn wir erwischen noch einen (Ado)-Bus über Playa del Carmen nach Tulum.

Gegen 16 Uhr Ortszeit waren wir dann endlich nach 41 Stunden am Ziel. Hier haben wir uns nur noch den Ort angeschaut und leckere Burritos gegessen und genießen nun den Abend auf der Dachterrasse von unserem Hostal.

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Isla Grande de Chiloé »

Nachdem wir uns einen Mietwagen organisiert hatten, was am Sonntag etwas schwieriger als gedacht war, machten wir uns auf den Weg nach Süden. Etwa 60km waren es bis zur Fähre, die uns nach Chiloé übersetzen sollte. Das Wetter besserte sich mit jedem Kilometer, so dass wir am Fährhafen blauen Himmel hatten. Die Überfahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Chiloé stand scgon lange auf der Todo-Liste. Nun haben wir es endlich geschafft…
Unser erstes Ziel war Ancud, die nördlichste Stadt der Insel. Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem nördlichen Teil der Insel. Da wir so gutes Wetter hatten (was für Chiloé laut Reiseführer nicht üblich ist), entschieden wir uns aber gleich zur Pazifikküste in den Ort Piñahuil weiterzufahren. Piñahuil ist ein kleines Fischerdorf direkt am Strand. Von dort aus besteht die Möglichkeit eine Bootsfahrt zu einer Pinguinkolonie zu machen. Natürlich sind zu dieser Jahreszeit nicht mehr viele Pinguine vor Ort. Aber wir konnten dennoch ein paar Humbold- und Magellanpinguine sehen. Danach haben wir am Strand Chiloten (Einwohner Chiloes) getroffen, die etwas suchten. Wir waren etwas neugierig und haben sie angesprochen. Sie zeigten uns ein merkwürdig aussehendes Etwas und erklärten uns das es eine Muschel namens Piure ist. Sie wahren sehr freundlich und haben uns gleich eine Muschel geöffnet uns zum probieren angeboten. Es sah zwar etwas komisch aus, schmeckte aber mit Zitrone zusammen doch erstaunlich gut.
Anschließend fuhren wir bis zum nördlichen Ende der Insel und genossen die untergehende Sonne. Es war ein wunderschöner Abend.
Die Nacht verbrachten wir in einem Hostal in Ancud. Nach dem Frühstück fuhren wir in Richtung Castro. Castro ist die Hauptstadt der Insel und hier gibt es die bekannten Palafitos. Palafitos sind Fischerhäuser die auf Pfählen direkt an der Bucht stehen. Sie sind mittlerweile Teil des UNESCO Weltkulturerbes. An diesem Tag wollten wir allerdings nicht in Castro bleiben, sondern direkt in den Chiloé-Nationalpark an der Westseite der Insel fahren. Von Castro aus ging es entlang eines Sees immer tiefer in die patagonischen Wälder, bis wir die Pazifikküste erreichten. Hier befindet sich der Parkeingang und das Besucherzentrum. Man kann hier diverse Wanderrungen unternehmen. Von kleinen Spaziergängen bis zu mehrtägigen Wanderrungen. Da unsere Zeit begrenzt war konnten wir nur für ein paar Stunden in den Park. Der erste Teil führte uns in den patagonischen kalten Regenwald, der absolut undurchdringlich ist und der zweite Teil über eine weitläufige Dünenlandschaft bis zum mehrere hundert Meter breiten Sandstrand. Leider wurde das Wetter immer schlechter, so dass wir uns am Ende der Wanderrung in einer Waschküche befanden.
Anschließend fuhren wir zurück nach Castro. Wir hatten uns ein Palafito direkt an der Bucht von Casco gemietet. Es war ausgestattet mit einem Kamin – genau das richtige für dieses ungemütliche Wetter.
Am nächsten Tag haben wir uns die Pfahlbauten und den zentralen Markt in Castro angesehen. Eine weitere Sehenswürdigkeit Castros ist die Kirche, die von Jesuiten gebaut wurde. Auf der ganzen Insel gibt es diese Holzkirchen, die ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.
Später sind wir weiter nach Quellón gefahren. Quellón ist die südlichste Stadt auf Chiloé. Hier endet die Ruta 5 (Panamericana). Deshalb befindet sich hier ein ein Monument. Leider war die Zeit etwas knapp um den sich befindlichen Nationalpark zu besuchen. Hier wären auch einige kürzere Wanderungen möglich gewesen. Aber so haben wir wenigstens einen Grund wiederzukommen.
Am letzten Tag auf Chiloé haben wir uns die Kirchen zwischen Castro und Ancud angesehen. Wie schon erwähnt gehören Sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Kirchen wurden zu einem Gutteil im 17. und 18. Jahrhundert zumeist aus Zypressenholz erbaut. Diese einzigartigen Götteshäuser vereinen die europäische Architektur mit Bauelementen der einheimischen Bevölkerung. Die Außenwände der Kirchen werden von kunstvoll verzierten farbigen Holzschindel bedeckt, die Innenräume sind zum Teil sehr farbenprächtig bemalt und ausgestaltet. Leider waren nicht alle Kirchen zugänglich. Von Außen sind sie jedoch auch schon schön anzusehen.
Bevor wir die Insel in Richtung Puerto Montt verliessen haben wir noch in einem Restaurant Curanto. Dies ist das traditionelle Essen auf Chiloé. Es besteht aus Kartoffeln, verschiedenen Fleisch- und Muschelsorten. Normalerweise werden diese Zutaten in Blätter eingewickelt mehrere Stunden im Boden gegart. In den Restaurants wird es natürlich auch im Topf gekocht, da es schneller geht. Uns schmeckte das gewöhnungsbedürftige Gericht recht gut – abgesehen von einigen Muscheln.
Zurück in Puerto Montt gaben wir das Auto wieder ab und setzten uns in den Nachtbus nach Concepción.

Ein Kommentar zu “Isla Grande de Chiloé”

Richtung Süden »

Von Antofagasta aus sollte unsere Reise immer weiter in den Süden gehen. Unser Ziel war Puerto Montt. Das sind nur läppische 2366 km und mit dem Bus ca. 33 Stunden. Was sein muss muss sein.
So starteten wir am späten Freitagnachmittag in Antofagasta und kamen nach 18 Stunden gegen Mittag in Santiago an. Hier lagerten wir unsere Sachen am Busbahnhof ein um den Tag in der Stadt zu verbringen und uns nach so langem sitzen mal wieder zu bewegen.
Wir fuhren in die Innenstadt und schauten uns das Regierungsbebäude La Moneda, sowie den zentralen Platz und die Fußgängerzone an. Eigentlich wollten wir auf den Berg San Cristóbal von dem man einen schönen Blick über die Stadt hat. Aber leider war es aufgrund einer christlichen Pilgerveranstaltung so voll, dass wir die Zeit nicht mit Warten auf die Kabelbahn, die auf den Berg führt verbringen wollten. So machten wir kehrt und sind auf den etwas kleineren Hügel Santa Lucia gegangen. Auch von hier aus hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und auf die Andenkordelliere im Hintergrund. So verbrachten wir den Nachmittag bis zum Abend in der Stadt. Abends ging es dann mit dem nächsten Bus weiter nach Puerto Montt. Das waren noch einmal 15 Stunden.
Am frühen Morgen kamen wir dort an. Nun hatten wir seit Lima 4322 km auf der Panamericana zurückgelegt (davon 3066 in Chile). Hier in Patagonien war es gleich deutlich kälter und wir mussten uns erstmal etwas warmes anziehen. Denn nach 5 Wochen immer um die 25-30 Grad waren die hier vorherrschenden 15 Grad doch recht frisch.
Von hier aus sollte es dann noch weiter nach Süden auf die Insel Chiloé gehen.

Pan de azúcar (Zuckerbrot) »

Montagmittag fuhren wir mit dem Bus nach Antofagasta. Antofagasta liegt wie auch Iquique auf einer Plattform am Pazifik. Direkt dahinter erhebt sich die Küstenkordilliere. Antofagasta bedeutet in der Quechua-Sprache „Am großen Salzsee“. Die Stadt wurde als Salpeterhafen gegründet und gehörte zuerst zu Bolivien. Aufgrund von Streitigkeiten kam es dann aber zum Krieg (Salpeterkrieg) zwischen Chile und Bolivien. Chile gewann diesen Krieg und seither gehört es zu Chile, obwohl Evo Morales (Präsident von Bolivien) diesen damals geschlossene Friedensvertrag anzweifelt. Die Stadt wurde in der Vergangenheit durch ein Erdbeben zerstört und hat daher nur noch vereinzelt ein paar historische Gebäude. Das wohl bekannteste Wahrzeichen von Antofagasta ist das Felsentor „La Portada“. Es liegt am nördlichen Ende von Antofagasta im Pazifik. Am nächsten morgen haben wir uns gleich auf den Weg gemacht es anzuschauen. Das Felsentor steht wellenumtost im Meer und ist wirklich schön anzusehen. Dies haben wir einen Augenblick genossen und haben uns dann in Richtung Süden aufgemacht. Unser Ziel sollte das 400km südlich gelegene Chañaral sein. Chañaral ist der Ausgangspunkt zum Nationalpark Pan de Azúcar. Die Strecke dorthin führt im Landesinneren durch die Wüste. Die Strecke ist wirklich ermüdent langweilig. Teilweise geht die Strecke 30km nur geradeaus über die Ebene. Nur am Horizont sind Berge zu erkennen. Das einzige Highlight war die Skulptur „La Mano del Desierto“. Es ist eine Hand, die sich etwa 10m aus der Wüste erhebt. Hier haben wir natürlich eine Pause gemacht. Gegen späten Nachmittag erreichten wir Chañaral. Eigentlich sollte Chañaral eine sehr hübsche kleine Stadt sein, in der man entspannt ein paar Tage verbringen kann. Das haben wir ganz anders gesehen. Die Stadt war voller Müll und eigentlich eine einzige Baustelle. Erst später haben wir herausgefunden warum. Im letzten Jahr wurde die Stadt von einem starken Regen heimgesucht. Ein Teil der Stadt wurde den Wassermassen einfach weggerissen. Trotzdem haben wir uns das verbliebene angesehen und den restlichen Abend mit den Vorbereitungen für den kommenden Tag verbracht.
Der nächste Morgen begann recht früh, da wir schnellstmöglich in den Nationalpark wollten. Pan de Azúcar erstreckt sich über 200km von Chañaral entlang der Küste Richtung Norden. Das besondere an dem Park ist der Nebel. Der sogenannte Camanchaca ist an der Küste des Südopazifiks an sich nichts besonderes. Hier kommt er nur besonders häufig vor und daher gedeihen hier in der Atacama Pflanzen und Tiere. Im wesentlichen sind es Kakteen, die an den Hängen der Küstenkordilliere wachsen. Leider war es auch an dem morgen wolkig, als wir in den Park fuhren. Die bei Sonne farbenfrohen Fels- und Sandformationen waren ziemlich einfarbig und langweilig. Gegen Mittag erreichten wir den Campingplatz des Parks. Zum Glück lockerte es nun etwas auf. Wir stellten unser Fahrzeug dort ab und begannen die Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Die Wolken hatten sich inzwischen fast volkständig verzogen und wir liefen in der Gluthitze der Atacama zwischen immer größer werdenden Kakteen in Richtung Aussichtspunkt. Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir ihn. Von hier hatten wir einen tollen Blick über die Küstenlinie. Leider konnten wir uns nicht von der Sonne verstecken, die unerbittlich auf uns nieder brannte. Die Kakteen spendeten kaum Schatten und Wind kühlte auch nicht sonderlich. So machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nach 5-6 Stunden kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Dort richteten wir uns am Strand für die Übernachtung am Strand ein. Wir genossen einen tollen Sonnenuntergang am Strand und anschließend einen grandiosen Sternenhimmel – dazu passend eine Flasche guter chilenischer Rotwein.
Die Nacht war mehr oder weniger bequem in dem Miniauto. Aber nachdem Frühstück waren wir einigermaßen fit. So machten wir noch einen ausgedehnten Strandspaziergang. Anschließend verließen wir diesen Teil des Parks. Eigentlich wollten wir den Park durchqueren, aber die Schotterpiste wurde durch die starken Regenfälle des vergangenen Jahres zerstört. Es gab noch einen anderen Parkeingang auf der anderen Seite. Diesen wollten wir alternativ erreichen. Zurück in Chañaral gab es aber ein Problem. Es gab eine Demonstration und Panamericana war mit brennenden Reifen blockiert. Nach einer Weile im Stau entschieden wir uns die Blockade zu umfahren. 150km Umweg bedeutete das. Nach etwa 1,5 Stunden kamen wir dann etwa 5km nördlich der Blockade heraus. Wir hatten aber alles richtig gemacht, denn die Reifen brannten immer noch auf der Straße. Leider war die Straße des nördlichen Parkeingangs auch zerstört, so dass wir den Rückweg nach Antofagasta antraten. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichten wir das Felsentor.

Am Freitagmorgen gaben wir das Auto zurück und verbrachten die paar Stunden bis zur Abreise mit dem Bus in der Innenstadt von Antofagasta.