Abenteuer Carretera Austral

Am nächsten morgen haben wir also voller Hoffnung (den die stirbt ja bekanntlich zu letzt) die Straße (Carretera Austral) nicht aus den Augen gelassen. Stunde für Stunde verging – und es kam kein LKW. Von der Fähre in Puerto Yungay benötigt man ca. drei Stunden bis Villa O´Higgins. Also zwischen drei und vier Uhr Nachmittags kamen dann drei Fahrzeuge. Mit einem kam ein chilenisches Pärchen, die wir dann ansprachen, ob wohl ein LKW mit an Bord war. „Si, si“ war die Antwort und unsere verblasste Hoffnung stieg wieder um 100 Prozent. Also warteten wir noch eine Stunde – aber kein weiteres Fahrzeug kam. Niedergeschlagen gingen wir zurück zum Hostal und berichteten Alfredo davon. Dieser meinte dann er würde von Haus zu Haus gehen und nach Benzin fragen. Etwa eine Stunde später hieß es dann, wir bekommen Benzin. Und zwar wider Erwarten von dem Benzin-Mann des Dorfes. Dieser hatte wohl noch einen inoffiziellen Vorrat. So füllten wir dann die 20 Liter Benzin im Schutze der Dunkelheit in unseren Tank.
Am nächsten morgen ging es dann los zurück in Richtung norden. Viele Fotos und drei Stunden später (also gegen Mittag) kamen wir am „Fähranleger“ an. Sofort sprach uns ein Chilene, der auch dort wartete an. Sein Auto sei kaputt und ob wir doch so nett wären, ihn und seinen kollegen mit ins 130 Km entfernte Cochrane mitzunehmen.[inspic=499,right,200]Wir willigten ein und luden unsere Rucksäcke aud die Ladefläche unseres Pickups. Zu viert im Auto ging es nach dem Übersetzen mit der Fähre weiter. Es stellte sich dann heraus, dass die beiden beim Militär für Straßenbau zuständig sind. Der ältere von beiden ist seit 27 Jahren beim Militär als Offizier für den Ausbau der Carretera Austral zuständig. So erfuhren wir viel über die Gegend und Chile und sie über Deutschland. Es war sehr nett und interessant und als Dankeschön haben sie uns in Cochrane zum Lachsessen eingeladen.
Von dort aus hatten wir jetzt noch ca. 100 km Schotterpiste vor uns, bis wir unser Tagesziel „Guadal“ erreichten. Unterwegs luden natürlich diverse Motive zum Fotografieren ein. Dabei ist Kathrin dann aufgefallen, daß unsere Stoßstange nur noch an einem seidenen Faden hing. Sofort entbehrte sie dann ihren Gürtel für die eine Seite der Stoßstange um diese notdürftig zu befestigen. Für die andere mussten Geertjes Spanngurte herhalten (so ist das nunmal – hier in Patagonien) 😉 In Puerto Guadal angekommen mieteten wir uns in einer prekären Privatunterkunft ein.
Heute morgen ging es dann weiter entlang des wunderschönen „Lago General Carrera“ nach Chile Chico. [inspic=500,left,250]Unterwegs wurde der Sturm so stark, dass wir bzw. unser Auto unter einem Steinhagel (vom Berg) zu leiden hatten. Zum Glück ist nur unser linker Außenspiegel zerstört worden. In Chilo Chico angekommen, fragte ich Kathrin dann nach der genauen Abfahrtszeit der Fähre. Sie holte also unser Ticket aus der Tasche und … schwupss hatte der Wind es davon getragen (wir hatten eine Woche zuvor drei Stunden für den Kauf dieses Tickets gebraucht). [inspic=589,right,250]Nach einem kurzen Streit haben wir dann den Kapitän dieses Seelenverkäufers angesprochen. Zum Glück hatten sie eine Reservierungsliste (auf diese Fähre passen ca. 10 Autos) und wenigstens den Namen des Autovermieters richtig aufgeschrieben. So waren wir letztendlich auf der Fähre und konnten die Überfahrt auf dem vom Sturm gepeitschten Sees genießen. Jetzt sind wir wieder in Puerto Ibanez in einer kleinen Hütte (mit Kamin) und bereiten uns auf den Flug zur sandigen Spitze (Punta Arenas) vor.
Gruß Kathrin und Marvin
P.S. Bilder folgen, wenn technisch möglich

Eine Reaktion zu “Abenteuer Carretera Austral”

  1. Hallo ihr zwei Rumtreiber!

    Anscheinend ist es Euch bisher mehr oder weniger gut ergangen. Die ganzen Geschichten Eurer Tour hören sich auf jeden Fall sehr spannend an und sicherlich sind dann live-Geschichten noch viel interessanter, wenn ihr dann wieder in der Heimat seid!

    Viele Grüße aus dem kühlen (derzeit nur 3°C warmen – brrrrrr) Deutschland wünschen Euch Markus und Sandra

    Markus | Mrz 20, 2007 | Antworten

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