Sairecabur – 6006m über nN

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Warum tut man sich das eigentlich an?

Diese Frage stellten wir uns am Dienstag wohl häufiger, denn wir hatten uns entschieden auf die Spitze des Sairecaburs (Windiger Vulkan in der Sprache der Quechua) zu steigen. Dieser Berg hat die Form einer weiblichen Brust und wird von den Einheimischen auch liebevoll Teta – Titte genannt. Er oder sie befindet sich ca. 40km nordöstlich von San Pedro und ist einer der höchsten umliegenden Berge.
Wie aufgetragen wurden wir (Benni, Sybille und wir) am Dienstag ohne Frühstück im Magen von unserem Guide abgeholt. Anderthalb Stunden fuhren wir mit dem Auto über eine holprige Strasse bis auf 4300m Höhe wo uns ein typisch chilenisches Bergsteigerfrühstück von unserem Guide zubereitet wurde, denn ein „richtiges“ Essen soll den Erfolg beim Bergsteigen steigern. Das Frühstück und die Gymnastikübungen danach sollten uns auf jeden Fall auf das kommende mental und körperlich vorbereiten. Nach einer weiteren halben Stunde fahrt hatten wir den Ausgangspunkt erreicht. Die alte Schwefelmine in ca. 5500m Höhe. Hier ist die Luft schon ganz schön dünn und trotz der brennenden Sonne echt kühl. Mit Mütze, Schal und Handschuhen bewaffnet hieß es jetzt den Berg zu erklimmen. In ziemlich kleinen Schritten und einer bestimmten Atemtechnik ging es nun los. Die ersten 50 Höhenmeter führten uns noch über einen Pfad seicht nach oben bis wir die Felsgrenze erreicht hatten. Hier lagen überall lose Felsblöcke herum, über die wir weiter nach oben klettern mussten. Auf diese Weise ging es mit vielen kleinen Pausen über Stunden stetig nach oben. Und jedes Mal, wenn die Luft wieder knapp wurde stellten wir uns die Eingangsfrage „Warum tut man sich das eigentlich an?“.
[inspic=1020,left,400]Als wir dann den Gipfel erreicht hatten und den atemberaubendenen Blick hatten, wussten wir warum. Von hier oben konnte man alle umliegenden Berge, Lagunen, Salzseen und Vulkane sehen. Allerdings lässt sich das hier oben aufgrund der Kälte und der dünnen Luft nicht lange geniessen. So machten wir uns recht schnell wieder vom Acker. Auch der Abstieg war nicht wirklich viel leichter, denn die dünne Luft nimmt einem ein wenig die konzentrationsfähigkeit. Nach anderthalb Stunden anstrengendem Abstieg waren wir wieder am Ausgangspunkt. Ziemlich erschöpft aber überglücklich und stolz es geschafft zu haben, fuhren wir zurück nach San Pedro de Atacama.
Da wir den ganzen Tag im Schwefelstaub gelaufen waren und wir deshalb leicht (nicht nur äußerlich) kontaminiert waren, haben wir uns auf Rat unseres Guides ein leicht bekömmliches, aber leckeres Sieger-Essen im Hostal gekocht. Glücklich und zufrieden sind wir dann früh ins Bett gefallen.

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