Esteros del Iberá – Colonia Carlos Pellegrini

[inspic=1296,right,400]Der kleine ursprüngliche Ort Colonia Carlos Pellegrini liegt inmitten der Esteros del Iberá (Sümpfe von Iberá). Iberá kommt aus der Guaraní-Sprache und bedeutet glänzendes Wasser.
Hier im Ort ist die Zeit stehen geblieben. Es gibt nur sandige Wege, kaum Autos, keine Banken, viele Tiere und vor allem kein Stress. Überall auf den Straßen laufen Pferde, Hunde und Hühner frei herum, dazu gesellen sich unzählige Vögel. Die einzige Verbindung in die Aussenwelt ist die die ca. 120 km lange Staubpiste nach Mercedes.
Die Esteros del Iberá befinden sich im Übrigen im Norden Argentiniens zwischen Paraguay, Uruguay und Brasilien gelegen. Ausserhalb der Sümpfe wird die Landschaft dort Chaco genannt. Im wesentlichen wird hier Viehzucht betrieben und Früchte angebaut. Dementsprechend ist das Leben hier recht einfach.

Für den ersten morgen hatten wir am Vortag eine Bootsfahrt ins nahegelegene Naturreservat gebucht. Bei wunderschönem Wetter fuhren wir mit dem Boot über die Lagune zum Reservat. Dort angekommen konnten wir zugleich die ersten Kaimane entdecken, die sich in den ersten Sonnenstrahlen aufwärmten. Sie lagen ruhig da und liessen sich eine ganze Weile beobachten. Weiterhin sahen wir Yabiros, Garzas Moras, Chacas (alles Vögel).
Eine Bucht weiter konnten wir dann unzählige Wasserschweine (Carpinchos) und einen Sumpfhirsch (Cierva de los Pantanos) beobachten. Die meisten Tiere liessen sich von uns kaum stören – nur der Wasserhirsch verschwand sofort.
Eine große Fläche der Lagunen sind mit natürlichen schwimmenden Inseln bedeckt. Diese Inseln entstehen durch abgestorbene Pflanzen und sich darüber neu bildenden Pflanzen. So entsteht über die Jahre ein relativ fester Boden, der nicht sinkt. Insbesondere Vögel können diese Inseln problemlos betreten. Vom Wind werden diese dann in der Lagune umher getrieben, so dass sich die Form der Lagune permanent ändert.
Im weiteren Verlauf der Bootsfahrt sahen wir noch viele weitere Kaimane und Vögel.
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Am Nachmittag wollten wir die Reserva zu Fuß erkunden. Es gibt dort mehrere Wanderwege. Wir begannen mit dem Sendero de los monos (Weg der Affen). Tatsächlich konnten wir eine kleine Familie von Brüllaffen erspähen. Trotz der Mittagshitze waren die Affen recht aktiv, so dass wir sie gut beobachten konnten. Ein Stückchen weiter auf dem Wanderweg knackte es plötzlich im Unterholz und fast hätten uns zwei Wasserschweine über den Haufen gerannt – mit Sicherheit haben sie sich ebenso erschreckt, wie wir.
Anschließend haben wir uns über einen weiteren Wanderweg zur Lagune aufgemacht. Hier konnten wir unzählige dieser faulen aber ebenso putzigen Wasserschweine beobachten. Sie lassen den Menschen recht dicht an sich heran, so dass man gut Fotos machen kann.
Nachdem Abendessen in unserem Hostal machten wir noch eine geführte Nachtwanderung durch das Reserva. Unter dem glasklaren Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre sahen wir einige Vögel, eine kleine Wildkatze, natürlich viele Wasserschweine, zwei Gürteltiere und Glühwürmchen. Dazu erhielten wir von dem Guide die passenden Informationen.
Den Tag liessen wir anschließend mit einem Bierchen ausklingen.

[inspic=1312,right,400]Den nächsten Tag begannen wir mit einem Sonnenaufgang-Spaziergang in der Reserva. Auch hier gab es wieder Vögel, Kaimane und Wasserschweine zu sehen. Nachdem Frühstück fing es an zu gewittern. So verbrachten wir den Tag in der Hängematte und beobachteten, wie sich die staubigen Strassen aus Sand zu schlammigen und von tiefen und großen Pfützen zersetzten Wegen verwandelten. Uns schwante nichts Gutes. Die Infrastruktur wird hier mit so einem Gewitter komplett außer Gefecht gesetzt. Die Stromversorgung wurde beschädigt, so dass fast den ganzen Nachmittag im Dorf der ohrenbetäubende Lärm des Generators zu hören war. Auf den Strassen bewegte man sich am besten barfuß, da man so das beste Gefühl hatte und die Schuhe nicht ständig stecken blieben.
Wir hatten Glück, der Busfahrer versicherte uns, dass er am Samstag fahren würde – allerdings um 03:00 Uhr nachts.
So blieb uns nichts anderes übrig als die Colonia Carlos Pellegrini mitten in der Nacht in einem tiefgekühlten Bus zu verlassen. Auf der langen Strecke nach Mercedes blieb der Bus einige Male fast im Schlamm stecken, aber er schaffte es dennoch. Um halb sieben waren wir am Busbahnhof. Von dort sollen es nun noch ca. 8 Stunden in die Hauptstadt Posadas der nördlichsten Provinz Misiones sein.

Eine Reaktion zu “Esteros del Iberá – Colonia Carlos Pellegrini”

  1. … endlich Fotos :-). Das sieht ja aus wie im Pantanal. Das war bestimmt eine schöne Zeit. Wart ihr eigentlich noch einmal in der Talampaya Schlucht oder im Valle de la luna? Es wäre bestimmt spannend zu sehen, was von den Monumenten noch steht.
    Wann kommt ihr eigentlich wieder zurück? Ich plane gerade meine Tage in Issendorf? Habt ihr beiden den Brückentag zwischen Christi Himmelfahrt und dem Wochenende frei?
    Einen lieben Gruss
    Geertje

    Geertje | Apr 21, 2015 | Antworten

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