Posadas

Wir erreichten am späten Samstagnachmittag die Hauptstadt Posadas der Provinz Misiones. Die 320000 Einwohnerstadt liegt direkt am Río Paraná, der die Grenze zu Paraguay bildet.
Vom Busbahnhof nahmen wir uns ein Taxi um in die Innenstadt zu gelangen. Dort hatten wir uns ein zentral gelegenes Hostal ausgesucht. Nachdem wir unsere Sachen dort untergebracht hatten, gingen wir in die Stadt. Da Samstag war, waren viele Leute auf den Strassen, Plätzen und Restaurants. Auch an der Costañera (Strasse und ein breiter Fussweg am Flussufer) waren viele Menschen, die später den lauen Herbstabend genossen. Von dieser Costañera aus hatte man außerdem einen guten Blick auf die Stadt Encaranacion in Paraguay. Innerhalb von ca. einer Stunde kann man per Bus oder Bahn inkl. Einreiseformalitäten dort sein.
Den Tag beendeten wir mit einem Essen im Hostal.
Heute machten wir uns früh auf den Weg ins ca. 5 Stunden entfernte Puerto Iguazu. Für einen Zwischenstop hatten wir uns Santa Ana und San Ignacio ausgesucht. In diesen Orten gibt es Jesuiten-Missionen zu sehen. Wie der Name der Provinz (Misiones) schon vermuten lässt, gab es hier im Drei-Länder-Eck (Argentinien, Brasilien, Paraguay) damals einige davon. Die von uns ausgesuchten sind allerdings sehr gut zu erreichen. Alle „Reduktionen“ (so der Name der Missionen) sind seit 1984 zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt worden. Die Jesuiten kamen im 17. Jahrhundert und gaben den hier lebenden Guaraní Kost und Logie, Sicherheit vor den Sklavenhändlern, Bildung und natürlich den Glauben. Im Gegenzug arbeiteten die Guaraní auf den Feldern oder in handwerklichen Berufen für die Jesuiten. In San Ignacio z. B. lebten zur Blütezeit ca. 4000 Menschen in gut organisierten Strukturen. Als die spanische Krone im 18. Jahrhundert die Jesuiten vertrieb wurden die Reduktionen dem Urwald überlassen. Erst in den 1940er Jahren wurden die Gebäude wieder freigelegt und nur San Ignacio wurde zum Teil wieder restauriert. In Santa Ana hingegen sieht man deutlich, wie sich die Natur jeden Zentimeter zurückerobert. Es wachsen Pflanzen sogar Bäume auf den Mauerresten, Wurzeln sprengen zwei Meter dicke Mauern und bringen sie zum Einsturz.
Beide Reduktionen waren sehr sehenswert und informativ, so dass sich der Ausflug gelohnt hat.
Jetzt sitzen wir im Bus und warten vier Stunden auf die Ankunft in Iguazu.

Eine Reaktion zu “Posadas”

  1. Hallo ihr Beiden,
    wir hatten vor eurer Reise ja nicht mehr gesprochen, so dass ich nun aus eurer Reiserichtung zu erahnen versuche wie ihr eure Route geplant habt. Gestern sass ich noch davor und überlegte, ob ihr es dieses Jahr ENDLICH in Angriff nehmt die Wasserfälle zu erreichen und schwupp, schreibt ihr, dass ihr euch langsam in die Nähe wagt :-). Ich wünsche euch ein tolles Erlebnis und macht viele Fotos.
    Einen lieben Gruss
    Geertje

    Geertje | Apr 22, 2015 | Antworten

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