Pan de azúcar (Zuckerbrot)

Montagmittag fuhren wir mit dem Bus nach Antofagasta. Antofagasta liegt wie auch Iquique auf einer Plattform am Pazifik. Direkt dahinter erhebt sich die Küstenkordilliere. Antofagasta bedeutet in der Quechua-Sprache „Am großen Salzsee“. Die Stadt wurde als Salpeterhafen gegründet und gehörte zuerst zu Bolivien. Aufgrund von Streitigkeiten kam es dann aber zum Krieg (Salpeterkrieg) zwischen Chile und Bolivien. Chile gewann diesen Krieg und seither gehört es zu Chile, obwohl Evo Morales (Präsident von Bolivien) diesen damals geschlossene Friedensvertrag anzweifelt. Die Stadt wurde in der Vergangenheit durch ein Erdbeben zerstört und hat daher nur noch vereinzelt ein paar historische Gebäude. Das wohl bekannteste Wahrzeichen von Antofagasta ist das Felsentor „La Portada“. Es liegt am nördlichen Ende von Antofagasta im Pazifik. Am nächsten morgen haben wir uns gleich auf den Weg gemacht es anzuschauen. Das Felsentor steht wellenumtost im Meer und ist wirklich schön anzusehen. Dies haben wir einen Augenblick genossen und haben uns dann in Richtung Süden aufgemacht. Unser Ziel sollte das 400km südlich gelegene Chañaral sein. Chañaral ist der Ausgangspunkt zum Nationalpark Pan de Azúcar. Die Strecke dorthin führt im Landesinneren durch die Wüste. Die Strecke ist wirklich ermüdent langweilig. Teilweise geht die Strecke 30km nur geradeaus über die Ebene. Nur am Horizont sind Berge zu erkennen. Das einzige Highlight war die Skulptur „La Mano del Desierto“. Es ist eine Hand, die sich etwa 10m aus der Wüste erhebt. Hier haben wir natürlich eine Pause gemacht. Gegen späten Nachmittag erreichten wir Chañaral. Eigentlich sollte Chañaral eine sehr hübsche kleine Stadt sein, in der man entspannt ein paar Tage verbringen kann. Das haben wir ganz anders gesehen. Die Stadt war voller Müll und eigentlich eine einzige Baustelle. Erst später haben wir herausgefunden warum. Im letzten Jahr wurde die Stadt von einem starken Regen heimgesucht. Ein Teil der Stadt wurde den Wassermassen einfach weggerissen. Trotzdem haben wir uns das verbliebene angesehen und den restlichen Abend mit den Vorbereitungen für den kommenden Tag verbracht.
Der nächste Morgen begann recht früh, da wir schnellstmöglich in den Nationalpark wollten. Pan de Azúcar erstreckt sich über 200km von Chañaral entlang der Küste Richtung Norden. Das besondere an dem Park ist der Nebel. Der sogenannte Camanchaca ist an der Küste des Südopazifiks an sich nichts besonderes. Hier kommt er nur besonders häufig vor und daher gedeihen hier in der Atacama Pflanzen und Tiere. Im wesentlichen sind es Kakteen, die an den Hängen der Küstenkordilliere wachsen. Leider war es auch an dem morgen wolkig, als wir in den Park fuhren. Die bei Sonne farbenfrohen Fels- und Sandformationen waren ziemlich einfarbig und langweilig. Gegen Mittag erreichten wir den Campingplatz des Parks. Zum Glück lockerte es nun etwas auf. Wir stellten unser Fahrzeug dort ab und begannen die Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Die Wolken hatten sich inzwischen fast volkständig verzogen und wir liefen in der Gluthitze der Atacama zwischen immer größer werdenden Kakteen in Richtung Aussichtspunkt. Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir ihn. Von hier hatten wir einen tollen Blick über die Küstenlinie. Leider konnten wir uns nicht von der Sonne verstecken, die unerbittlich auf uns nieder brannte. Die Kakteen spendeten kaum Schatten und Wind kühlte auch nicht sonderlich. So machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nach 5-6 Stunden kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Dort richteten wir uns am Strand für die Übernachtung am Strand ein. Wir genossen einen tollen Sonnenuntergang am Strand und anschließend einen grandiosen Sternenhimmel – dazu passend eine Flasche guter chilenischer Rotwein.
Die Nacht war mehr oder weniger bequem in dem Miniauto. Aber nachdem Frühstück waren wir einigermaßen fit. So machten wir noch einen ausgedehnten Strandspaziergang. Anschließend verließen wir diesen Teil des Parks. Eigentlich wollten wir den Park durchqueren, aber die Schotterpiste wurde durch die starken Regenfälle des vergangenen Jahres zerstört. Es gab noch einen anderen Parkeingang auf der anderen Seite. Diesen wollten wir alternativ erreichen. Zurück in Chañaral gab es aber ein Problem. Es gab eine Demonstration und Panamericana war mit brennenden Reifen blockiert. Nach einer Weile im Stau entschieden wir uns die Blockade zu umfahren. 150km Umweg bedeutete das. Nach etwa 1,5 Stunden kamen wir dann etwa 5km nördlich der Blockade heraus. Wir hatten aber alles richtig gemacht, denn die Reifen brannten immer noch auf der Straße. Leider war die Straße des nördlichen Parkeingangs auch zerstört, so dass wir den Rückweg nach Antofagasta antraten. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichten wir das Felsentor.

Am Freitagmorgen gaben wir das Auto zurück und verbrachten die paar Stunden bis zur Abreise mit dem Bus in der Innenstadt von Antofagasta.

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