Isla Grande de Chiloé

Nachdem wir uns einen Mietwagen organisiert hatten, was am Sonntag etwas schwieriger als gedacht war, machten wir uns auf den Weg nach Süden. Etwa 60km waren es bis zur Fähre, die uns nach Chiloé übersetzen sollte. Das Wetter besserte sich mit jedem Kilometer, so dass wir am Fährhafen blauen Himmel hatten. Die Überfahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Chiloé stand scgon lange auf der Todo-Liste. Nun haben wir es endlich geschafft…
Unser erstes Ziel war Ancud, die nördlichste Stadt der Insel. Die Stadt ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem nördlichen Teil der Insel. Da wir so gutes Wetter hatten (was für Chiloé laut Reiseführer nicht üblich ist), entschieden wir uns aber gleich zur Pazifikküste in den Ort Piñahuil weiterzufahren. Piñahuil ist ein kleines Fischerdorf direkt am Strand. Von dort aus besteht die Möglichkeit eine Bootsfahrt zu einer Pinguinkolonie zu machen. Natürlich sind zu dieser Jahreszeit nicht mehr viele Pinguine vor Ort. Aber wir konnten dennoch ein paar Humbold- und Magellanpinguine sehen. Danach haben wir am Strand Chiloten (Einwohner Chiloes) getroffen, die etwas suchten. Wir waren etwas neugierig und haben sie angesprochen. Sie zeigten uns ein merkwürdig aussehendes Etwas und erklärten uns das es eine Muschel namens Piure ist. Sie wahren sehr freundlich und haben uns gleich eine Muschel geöffnet uns zum probieren angeboten. Es sah zwar etwas komisch aus, schmeckte aber mit Zitrone zusammen doch erstaunlich gut.
Anschließend fuhren wir bis zum nördlichen Ende der Insel und genossen die untergehende Sonne. Es war ein wunderschöner Abend.
Die Nacht verbrachten wir in einem Hostal in Ancud. Nach dem Frühstück fuhren wir in Richtung Castro. Castro ist die Hauptstadt der Insel und hier gibt es die bekannten Palafitos. Palafitos sind Fischerhäuser die auf Pfählen direkt an der Bucht stehen. Sie sind mittlerweile Teil des UNESCO Weltkulturerbes. An diesem Tag wollten wir allerdings nicht in Castro bleiben, sondern direkt in den Chiloé-Nationalpark an der Westseite der Insel fahren. Von Castro aus ging es entlang eines Sees immer tiefer in die patagonischen Wälder, bis wir die Pazifikküste erreichten. Hier befindet sich der Parkeingang und das Besucherzentrum. Man kann hier diverse Wanderrungen unternehmen. Von kleinen Spaziergängen bis zu mehrtägigen Wanderrungen. Da unsere Zeit begrenzt war konnten wir nur für ein paar Stunden in den Park. Der erste Teil führte uns in den patagonischen kalten Regenwald, der absolut undurchdringlich ist und der zweite Teil über eine weitläufige Dünenlandschaft bis zum mehrere hundert Meter breiten Sandstrand. Leider wurde das Wetter immer schlechter, so dass wir uns am Ende der Wanderrung in einer Waschküche befanden.
Anschließend fuhren wir zurück nach Castro. Wir hatten uns ein Palafito direkt an der Bucht von Casco gemietet. Es war ausgestattet mit einem Kamin – genau das richtige für dieses ungemütliche Wetter.
Am nächsten Tag haben wir uns die Pfahlbauten und den zentralen Markt in Castro angesehen. Eine weitere Sehenswürdigkeit Castros ist die Kirche, die von Jesuiten gebaut wurde. Auf der ganzen Insel gibt es diese Holzkirchen, die ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.
Später sind wir weiter nach Quellón gefahren. Quellón ist die südlichste Stadt auf Chiloé. Hier endet die Ruta 5 (Panamericana). Deshalb befindet sich hier ein ein Monument. Leider war die Zeit etwas knapp um den sich befindlichen Nationalpark zu besuchen. Hier wären auch einige kürzere Wanderungen möglich gewesen. Aber so haben wir wenigstens einen Grund wiederzukommen.
Am letzten Tag auf Chiloé haben wir uns die Kirchen zwischen Castro und Ancud angesehen. Wie schon erwähnt gehören Sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Kirchen wurden zu einem Gutteil im 17. und 18. Jahrhundert zumeist aus Zypressenholz erbaut. Diese einzigartigen Götteshäuser vereinen die europäische Architektur mit Bauelementen der einheimischen Bevölkerung. Die Außenwände der Kirchen werden von kunstvoll verzierten farbigen Holzschindel bedeckt, die Innenräume sind zum Teil sehr farbenprächtig bemalt und ausgestaltet. Leider waren nicht alle Kirchen zugänglich. Von Außen sind sie jedoch auch schon schön anzusehen.
Bevor wir die Insel in Richtung Puerto Montt verliessen haben wir noch in einem Restaurant Curanto. Dies ist das traditionelle Essen auf Chiloé. Es besteht aus Kartoffeln, verschiedenen Fleisch- und Muschelsorten. Normalerweise werden diese Zutaten in Blätter eingewickelt mehrere Stunden im Boden gegart. In den Restaurants wird es natürlich auch im Topf gekocht, da es schneller geht. Uns schmeckte das gewöhnungsbedürftige Gericht recht gut – abgesehen von einigen Muscheln.
Zurück in Puerto Montt gaben wir das Auto wieder ab und setzten uns in den Nachtbus nach Concepción.

Eine Reaktion zu “Isla Grande de Chiloé”

  1. Hallo ihr Beiden,
    nun seid ihr wohl schon auf dem Rückweg nach Deutschland. Ich hatte leider in den letzten Tagen keine Zeit eure Einträge zu verfolgen, habe dies heute aber nachgeholt … wir sind auch gerade erst wieder nach Hause gekommen.
    Ich hoffe, ihr hattet noch eine tolle Zeit in Concepcion und konntet eure Reise in netter und vertrauter Umgebung beschliessen. Ich freue mich schon sehr auf einen persönlichen Bericht. Vielleicht hören wir uns in nächster Zeit ja mal. Einen lieben Gruss
    Geertje

    Geertje | Mrz 30, 2016 | Antworten

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